1400 Pferde starteten bei Reit- und Springturnier

ROXEL Galoppieren, springen, tänzeln: Beim Reit- und Springturnier des Reitvereins Roxel mussten die 1400 Pferde und ihre Reiter ihr ganzes Können zeigen, um zu gewinnen. Am Ende zogen die Organisatoren eine positive Bilanz. Man habe sich behauptet - trotz einer attraktiven Konkurenzveranstaltung.Von Cornelia Pfeifer


Ladival steht gelassen in der Stallgasse, während sich Reiterin Beate Brintrup um ihn kümmert.  (Foto: Cornelia Pfeifer)

Gelassen steht Ladival in der Stallgasse des Reit- und Fahrvereins Roxel, wedelt ab und zu mit dem Schweif nach Fliegen oder warnt das Pferd in der nächsten Box mit angelegten Ohren davor, ihm zu nahe zu kommen.

Man sieht es dem fünfjährigen Westfalenwallach nicht an, dass er gerade mit Reiterin Beate Brintrup am ersten Tag des Reit- und Springturniers des Reitvereins Roxel die Eignungsprüfung im Springen und in der Dressur gewonnen hat.

Dreimal gegen Hitze geduscht

Kein Wunder, denn er hat bereits dreimal gegen die Hitze "geduscht" und wurde anschließend fein säuberlich von seinem Besitzer mit einem Tuch poliert. "Sonst wäre er jetzt auch grau und würde nicht so schön glänzen", kommentiert Reiterin Beate Brintrup.

Von ihrem Erfolg war sie überrascht, denn Ladival ist eigentlich nur ein Spring- und kein Dressurpferd. Aber es war für sie auch ein Heimspiel. Brintrup ist im Reitverein Roxel zu Hause und konnte bereits am Abend zuvor mit dem jungen Pferd potentielle Gefahren wie bunte Mülleimer oder unerwartet auftauchende Blumenkübel inspizieren.

Rund 120 ehrenamtliche Helfer

Einen Nachteil hat das Turnier im heimischen Verein aber auch: "Es kann ganz schön stressig sein, wenn man zugleich reiten und Schichten übernehmen muss", erklärt Beate Brintrup. Rund 120 ehrenamtliche Helfer des Vereins sorgten an den drei Turniertagen Freitag, Samstag und Sonntag für die Verpflegung der Teilnehmer und Gäste, das Aufbauen des Parcours, die Bewässerung der Plätze und vieles mehr.

"In den letzten Jahren mussten wir die Autos der Teilnehmer mit dem Trecker aus dem Matsch ziehen - jetzt müssen wir eben Wasser schleppen", erklärte Daniela Waldmann, die in der Turnierleitung mitarbeitete. Zufrieden war sie aber dennoch. Trotz der parallel stattfindenden westfälischen Meisterschaften kamen rund 600 Reiter und 1400 Pferde auf die 2000 zur Verfügung stehenden Startplätze - eine gute Bilanz.

Keine Jackenpflicht

Wegen der Hitze hatten die Turnierrichter ein Einsehen und ordneten Marscherleichterung an: Die Reiter mussten über den weißen Reithosen nur ihre Blusen, nicht aber die Jacken tragen. Während am ersten Tag vor allem die Jungpferde im Vordergrund standen, bot das Programm am Samstag und Sonntag vom ländlichen Sport bis zum Profisport für jeden etwas.

Die jüngsten Reiter waren sieben Jahre alt und konnten sich bei den Reiterwettbewerben erstmals ausprobieren. Zeit fürs Plaudern gab es am Rande des Turnierplatzes oder auch am Samstagabend, an dem der zweite Turniertag mit Musik und natürlich der Live-Übertragung des Fußballspiels der deutschen Mannschaft um den dritten Platz ausklang.